Ihren Beginn hatte die Geschichte 1976 als YAMAHA die XT500 in Deutschland auf den Markt brachte. Dieser 500 ccm Einzylinder war eine waschechte "querfeldein-Maschine" eben ein Cross(X)-Terrain-Motorcycle.

Erkennungszeichen der XT war der relativ einfach konstruierte, große Einzylinder-Viertakter und natürlich das an Maschinen aus dem Enduro- und Trial-Bereich angelehnte Design. Der Einsatz eines Halbliter-Viertakters in einer Geländemaschinen war eine bahnbrechende Entscheidung und setzte einen neuen Standard in einem Segment das bis dato überwiegend von
leichten, sportlichen Zweitaktern beherrscht wurde.
Mit der viel beschriebenen "Dampfhammer"-Charakteristik des Motors, eignete sich die XT auch für lange Strecken auf "normalen" Straßen.
Die XT500 ist somit im Grunde die „Mutter“ der heutigen schweren Enduro-Motorräder.
Innerhalb kürzester Zeit scharte die XT eine grosse Fangemeinde um sich, so daß der folgerichtige Schritt YAMAHAs nur eine adaptierte Version für die Strasse sein konnte.

Obwohl der Motorradmarkt zu diesem Zeitpunkt bereits seine Wendung vom kostengünstigen Fortbewegungsmittel zum technisierten Freizeitvergnügen vollzog, veröffentlichte YAMAHA 1978 die SR500 (Single-Road), welche so gar nicht dem damaligen Trend entsprach.
Und tatsächlich war an der SR500 keinerlei technische Neuerung zu entdecken, weshalb YAMAHA auch das komplette Marketing in Richtung eines "wiederbelebten" Oldtimers aufbaute. (Heute würde man vermutlich den Begriff Retro-Bike zu lesen bekommen.)
Das Konzept des Motorrades "Für Männer, die noch richtig zupacken können" ging auf und die SR hob sich positiv aus der breiten Masse anderer Motorräder hervor.
Dies schlug sich vom Start weg in den Verkaufszahlen nieder, so dass YAMAHA selbst nach Jahren, nur geringfügige Modellpflege betrieben hat. Bei jüngeren Baureihen wurde sogar anstelle der vorderen Scheibenbremse aus optischen Gründen eine Trommelbremse eingesetzt und auf die zeitweise lieferbaren Gussräder wurde zugunsten klassischer Speichenräder ab 1984 vollständig verzichtet. Zusammen mit der dezenten Zweifarbenlackierung sind die neuesten Modelle gleichzeitig die optisch nostalgischsten.

Bis einschließlich 1998 wurden rund 38.000 SR500 in Deutschland zugelassen.
YAMAHAs Verkaufszahlen für den deutschen Markt werden nur mit ca. 31.500 Maschinen angegeben. Die Differenz ergibt sich aufgrund von Importen aus europäischen Nachbarländern, in denen das Modell bei weitem nicht so gut verkauft werden konnte.
Weltweit wurden im gleichen Zeitraum insgesamt ca. 120.500 SRs verkauft.
Grob gesagt, ging also fast jede dritte produzierte Maschine nach Deutschland, wobei der Anteil der älteren Modelle bis Bj.84 (2J4) mit ca. 22.000 Maschinen klar überwiegt.
(Quelle: "Motorradfahrer" 6/98, "EINTOPF" Nr. 7 )
Der Bestand aller Baureihen lag 1998 in Deutschland immerhin noch bei über 27.000 zugelassenen Maschinen. (Quelle: "Motorrad" 26/98)
Der heutige Bestand im KBA beträgt aktuell noch über 21.000.
Einen Kultstatus hat die SR auch in Japan. Aufgrund der Besteuerung in Japan wurde die SR dort von Anfang an mit 400ccm gebaut und verlässt bis heute noch in hohen Stückzahlen das Werk.

Die SR500 wurde 1998, also zum 20-jährigen Jubiläum letztmalig offiziell als Neufahrzeug angeboten. Durch schärfere Abgas- und Lärmemissionsvorschriften bedingt, ist die Motorleistung aber seit 1990 auf 24 PS gedrosselt und wohl auch aus diesem Grund gingen die verkauften Stückzahlen zuletzt rapide zurück. Somit ist, wie bei der XT, die Nachfrage nach den älteren Jahrgängen recht groß.
Um Yamaha XT500 und SR500 hat sich im Laufe der letzten Jahre eine Szene gebildet, die vor allem in regionalen Interessengemeinschaften (IGs) aktiv ist und die SR im Straßenbild lebendig hält.